Nachsorge

Betreutes Wohnen

Im Anschluß an die stationäre Entwöhnungsbehandlung bieten wir als ambulante Nachsorge 'Betreutes Wohnen' an. Hierbei geht es um Unterstützung bei der Umsetzung individueller Perspektiven und Erprobung eigenständiger Lebensführung. Neben der Förderung von Qualifizierungsschritten im schulischen und beruflichen Feld bedarf der/die KlientIn der Hilfestellung in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit den Anforderungen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Behauptung und Festigung der im Rahmen der Therapie entwickelten Neuorientierung und des veränderten Selbstkonzepts erscheinen als Grundvoraussetzung der Befähigung zu dauerhafter Drogenabstinenz. Beratende Begleitung und psychosoziale Betreung im Einzel- und Gruppenbezug unterstützen den Klienten:

  • bei der schrittweisen Bewältigung der Anforderungen von Alltag, Freizeit und schulischer wie beruflicher Reintegration,
  • im Umgang mit Konfliktsituationen und Rückfallkrisen,
  • bei Aufbau von sozialen Kontakten mit dem Ziel, erneuter Resignation und Vereinsamung mit der Gefahr des situativen oder anhaltenden Rückgriffs auf Elemente des vormaligen Lebensstils entgegenzuwirken.

Unser Nachsorgeangebot umfaßt Betreute Wohngemeinschaft und Betreutes Einzelwohnen. Im Rahmen des vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) anerkannten Betreuten Wohnens verfügen wir über 18 Plätze in der nahegelegenen Kleinstadt Schlüchtern:

  • zwei Häuser mit insgesamt 15 Wohnplätzen
  • 3 Plätze Betreutes Einzelwohnen.

Neben berufsorientierenden, ausbildungs- und arbeitsmäßigen Eingliederungsmöglichkeiten vor Ort ist das 'Bildungszentrum Hermann Hesse' in Frankfurt - hessische Modelleinrichtung für Menschen mit Suchtproblemen - gut erreichbar. Das Nachholen schulischer Abschlüsse im Rahmen der Eingliederungshilfe in Verbindung mit der Wohnsituation in überschaubarer kleinstädtischer Umgebung mit einem gewachsenen nachstationären sozialen Netz ist ein bewährtes rehabilitatives Angebot. Rückfallkrisen werden in der Wohngruppe mit den einzelnen Klienten bearbeitet. Die Mitwirkung des/der KlientIn bei der Aufarbeitung und Bewältigung ist Voraussetzung für die Fortführung des Betreuungsverhältnisses. Die Verweildauer im Betreuten Wohnen unterliegt keiner grundsätzlichen zeitlichen Befristung. Für die Therapieabsolventen ist eine Betreuungsdauer von bis zu 2 Jahren in der Regel ausreichend. Unser Nachsorgeangebot schließt im Bemühen Individualität und Handlungsfreiheit des/der KlientIn vielfältig zu entwickeln und zu fördern an die methodisch-therapeutische Grundlage der Heil- und Lebensstätte an. Es gewährleistet eine milieu- und beziehungskonstante Weiterführung der Betreuung und vermittelt so die Grundsicherheit vertrauter Bezüge in neuer Anforderungssituation. Die für das Betreute Wohnen verantwortlichen SozialarbeiterInnen sind in das Team der Heil- und Lebensstätte Friedrich Daumer eingebunden und stehen in stetem Austausch. Das Angebot im Betreuten Wohnen umfaßt


1. Soziale Beratung.
  • Sämtliche sozialarbeiterischen Hilfen zur Reintegration in die Lebens- und Berufswirklichkeit einschließlich Begleitung zu Ämtern, Schuldenregulierung, Betreuung bei Gerichtsterminen u.a.m..
2. Einzel- und Wohngruppengespräche
  • Individuelle beratende und problembezogene Gespräche, Hilfe bei Krisen und Rückfallgefährdung
  • Regelmäßige wöchentliche Wohngruppengespräche, welche Austausch und Stützung in Krisen, Problemen des sozialen Miteinanders und der Alltagsbewältigung sowie Organisation und Hausordnung umfassen.
3. Unterstützung der Gruppenaktivitäten im Sinne der Selbsthilfe
  • Förderung der Verbindung, des Austausches und der Hilfe unter den Klienten mit dem Ziel gegenseitiger Mobilisierung und Überwindung von Rückzugs- und Vereinsamungstendenzen.
  •  Anregung und Angebote zu einer aktiven und kreativen Freizeitgestaltung, Kursangebote im Malen, Schauspiel; Besuch kultureller Veranstaltungen, Anregung gemeinsamer Unternehmungen etc.