Für den Leser der sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, finden sich auf den folgenden Seiten eine verkürzte Darstellung unseres Angebots. Für eine tiefere Auseinandersetzung mit unserem Ansatz empfehlen wir die Lektüre der ausführlichen Textkonzeption die in unserer Verwaltung angefordert werden kann.
Einrichtungsart:
| Fachklinik für die medizinische Rehabilitation von Suchtkranken unter Berücksichtigung anthroposophischer Ansätze mit 30 stationären Plätzen und integrierter Adaption. Durch angegliederte betreute Wohngruppen wird zusätzlich ein individualisiertes Nachsorgeangebot vorgehalten. |
Kostenträger: | Federführender Kostenträger ist die Deutsche Rentenversicherung Hessen. Bei Patienten aus anderen Bundesländern werden die Kosten von den jeweils zuständigen Rentenversicherungen übernommen. Bei Patienten ohne Leistungsberechtigung bei einer Rentenversicherung treten die Krankenkassen oder Sozialhilfeträger ein. Die Deutsche Rentenversicherung Bund übernimmt die Kosten für eine Behandlung in unserem Haus nur im Rahmen einer individuellen Ausnahmeregelung. |
Therapieansatz: | Ganzheitlich-anthroposophisch ausgerichtetes Konzept in Verbindung mit der „Integrativen Psychotherapie/Soziotherapie“ unter Einsatz von kunsttherapeutischen, dramatherapeutischen und bewegungstherapeutischen Methoden. |
Lage der Einrichtung:
| Das Daumer Haus befindet ich in der Gemeinde Sinntal, in dem Ortsteil Schwarzenfels. Sinntal liegt am nördlichen Rand des Spessarts und grenzt an die Rhön. Das Oberzentrum Fulda liegt etwa 30 km nördlich von Sinntal. Das Daumer Haus mit seinen drei massiven Wohnobjekten liegt unterhalb der Burg Schwarzenfels an einem Hang. Ursprünglich war hier das Hofgut der Burg untergebracht. Die Einrichtung ist in ein kleines Dorf eingebettet. Im landschaftlich reizvollen Umfeld bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Praktika sowie weiterführende schulische Angebote in dem ca 15 km entfernten Ort Schlüchtern. Der bekannte Kurort Bad Brückenau ist nur wenige Kilometer entfernt.
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Hintergrund der Namensgebung und der inhaltlichen Ausrichtung:
| Dem Aufbau des Daumer Hauses im Oktober 1983 lag der Impuls zugrunde, das Angebot der Hessischen Drogenhilfe um eine anthroposophisch orientierte stationäre Therapieeinrichtung besonders für 'junge' Drogenabhängige zu erweitern. Die Anthroposophie sieht den Menschen eingebunden in seine Umwelt und Mitwelt als ein Wesen, das sich in seinem persönlichen Schicksal unter Bedingungen der Belastung, aber auch der Herausforderung und Förderung entfaltet und sich in seiner Persönlichkeit entwickelt. Dabei kommt sowohl der leiblichen wie auch der seelischen und geistlichen Realität Bedeutung zu und werden Wirkungen der Vergangenheit, die Einflußkräfte der Gegenwart und auch die Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft in die Betrachtung einbezogen. Die im Laufe der Jahre vollzogene Ausdifferenzierung und Individualisierung des Therapieangebotes geht einher mit einer gewachsenen Struktur innerer wie äußerer Grundprinzipien. Diese spiegeln das Ziel wider, haltgebende Entwicklungsbedingungen zu bilden, ohne es an jugendgemäßer Lebendigkeit, Flexibilität, Raum für Innovation und mitverantwortender Beteiligung mangeln zu lassen. Die Namensgebung der Einrichtung nach dem Pädagogen Georg Friedrich Daumer weist auf die Verbindung der Grundmotive unserer Arbeit mit dessen Wirken hin. Die Thematik biographischer Verwerfungen, mangelnder Entfaltungsmöglichkeiten, Suche nach eigener Identität stellt die Verbindung Kaspar Hausers mit den Bewohnern des Daumer Hauses dar. In Friedrich Daumer sehen wir die Gestalt des Fragenden, des Suchenden, des Akzeptierenden und zutiefst Verbundenen, der sich des Menschen Kaspar Hauser annimmt und ihm Rahmen und Impulse für eine adäquate Entwicklung gibt.
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Raumkonzept:
| Der Fachklinik stehen auf einem ca 8000qm großen Hanggelände drei massiv gebaute Objekte zur Verfügung, die aufgrund ihrer Lage gemeinsam einen Innenhof bilden. In zwei dieser Objekte befinden sich die Patientenunterkünfte, die Gemeinschaftsräume der Bezugsgruppen, die Therapieräume (Gruppentherapie, Kunsttherapie, Einzeltherapie, Bewegungstherapie) die Arztpraxis sowie die Verwaltungsräume. Hinzu kommt noch die Großküche sowie ein Speiseraum. Im dritten Objekt befinden sich Lagerräume und die Holzwerkstatt sowie Musikraum mit Instrumenten und ein Aufführungsraum für Veranstaltungen. Auf dem Grundstück befindet sich eine Gärtnerei mit 2 Folienhäusern und Gemüsebeeten für die Arbeitstherapie. Für die Unterbringung der Patienten stehen Einzelzimmer sowie Doppelzimmer zur Verfügung, die auf den jeweiligen Etagen vorhandenen Nassbereiche werden gemeinschaftlich genutzt. In einem Haus befindet sich eine Sauna. Die Objekte werden vom örtlichen Gesundheitsamt sowie vom Brandschutzamt nach den landesüblichen Vorgaben in regelmäßigen Abständen überprüft.
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Zielgruppe:
| In unserer Einrichtung finden sich Männer und Frauen ab 18 Jahren und bis Mitte dreißig, die klinisch als suchtkrank (illegale Drogen, Mehrfachabhängige) diagnostiziert worden sind und als Suchtkranke - in zumeist desolaten Lebenslagen - eine spezifische suchttherapeutische Behandlung benötigen. Durch unsere Orientierung am „life-span-developmental approach“ wissen wir um altersgruppen-spezifische Problematiken, die differentiell behandelt werden müssen. Das junge Erwachsenenleben hat hier seine eigenen „Entwicklungsaufgaben“ (Havighurst). In ihm kommen vorgängige Entwicklungsschäden in charakteristischer Weise zum Tragen. Aus diesem Grunde sieht das Behandlungskonzept unserer Einrichtung eine Zentrierung auf diese spezielle Altergruppe vor. In dieser Position wurden wir durch unsere langjährige klinische Erfahrung bestätigt. Die Beschränkung ist sinnvoll, denn andere Altersgruppen brauchen ein auf ihre besondere Situation ausgerichtetes therapeutisches Angebot. Da wir nicht auf das chronologische Alter allein, sondern auf das „Entwicklungsalter“ abstellen, sind Ausnahmen im Grenzbereich möglich. In unserer Einrichtung ist es uns wichtig, junge Männer und Frauen zu behandeln, da der Umgang mit „gender-dynamics“, Fragen der Geschlechtsrollenidentität und Partnerschaftlichkeit ein zentrales Thema jeder komplex ansetzenden Therapie ist. Patienten mit Doppeldiagnosen (z.B. Drogenabhängigkeit/Psychose) werden gleichfalls aufgenommen. HIV-positiv diagnostizierte Patienten werden in das normale therapeutische Programm aufgenommen. Wenn im Verlauf der Therapie eine manifeste Aids-Erkrankung feststellbar wird, wird der Patient, soweit dies im Rahmen einer Suchtfachklinik möglich ist, weiterbehandelt.
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Betreuungskonzept:
| Die Patienten werden Bezugsgruppen zugeteilt, eine Bezugsgruppe besteht aus bis zu 8 Patienten. Insgesamt werden bei voller Auslastung der Platzzahlen einschließlich Adaption vier Gruppen vorgehalten. Es wird im Co-Therapeutensystem gearbeitet, jeweils zwei Mitarbeiter leiten eine Bezugsgruppe und können sich gegenseitig bei Urlaub und Krankheit vertreten. Die Einrichtung unterhält eine kontinuierliche Nachtbereitschaft durch einen Nachtdienst, ein therapeutischer Mitarbeiter ist zusätzlich in Notfällen als Rufbereitschaft erreichbar. |
Therapeutische Angebote:
| Gruppentherapie in der Bezugsgruppe: 3 mal in der Woche 90 bis 120 min Themenzentrierte Gruppenarbeit (z.B. Psychoedukation): 1 bis 2 mal im Monat und nach Bedarf 90 min Indikative Gruppenarbeit (z.B. Rückfallprophylaxe) nach Bedarf: 90 bis 120 min Einzeltherapie mit Bezugstherapeuten: 1 bis 2 mal in der Woche 40 bis 60 min, bei Bedarf häufiger Fokaltherapeutische Einzeltherapie (z.B. Traumatherapie) Bei Bedarf: 40 bis 60 min Kunsttherapie (als Gruppen- und Einzeltherapie): 2 bis 5 mal in der Woche 60 bis 90 min Bewegungstherapie (als Gruppen- und Einzeltherapie, z.B. Lauftherapie, Yoga, Capoeira): 2 bis 3 mal in der Woche, 30 bis 120 min Eurythmie: 3 mal in der Woche, 60 bis 90 min Heileurythmie: 3 mal in der Woche, 30 min Arbeitstherapie: 5 mal in der Woche 3 bis 6 h Dramatherapie, Schauspielarbeit (als Gruppen- und Einzelarbeit) Projektbezogen und bei Bedarf
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Therapiedauer:
| Die Gesamttherapiedauer ist einschließlich Adaption in der Regel auf 10 Monate begrenzt. Die tatsächliche Therapiedauer orientiert sich am individuellen Bedarf und dem mit dem Patienten gemeinsam erstellten Behandlungsplan. Als Orientierungswert kann von 4 bis 6 Monaten für die intensivtherapeutische Phase und von 2-4 Monaten für die Adaptionsphase ausgegangen werden. Bei Patienten mit ausreichenden Ressourcen und/oder Therapieerfahrung kann sich die Gesamtbehandlungsdauer auf 6 Monate reduzieren.
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Das therapeutische Team als „therapeutische Gemeinschaft“:
| Die Fachklinik „Daumer Haus“ ist ärztlich geleitet. Das Behandlungskonzept wird von einem multiprofessionellen Team umgesetzt, in dem Arzt, Psychologe, Sozialarbeiter, Erzieher/Sozialpädagoge, Sozialtherapeut, Kunsttherapeut, Arbeitsbegleiter, Heileurhythmist, Masseur zusammenarbeiten. Gemeinsam mit den Patienten wählen sie ein klinisches Setting, das als „therapeutische Gemeinschaft“ (Jones) verstanden werden kann. Die relativ hohe professionelle Differenzierung des Teams steht dem Modell der „therapeutic community“ keineswegs entgegen, sondern führt zu einem differenzierten sozialen Gefüge, das damit auch Abbild differenzierter gesellschaftlicher Zusammenhänge ist. Die therapeutische Gemeinschaft wird als Sozialisationsfeld und Lerngemeinschaft verstanden, der es darum geht, Sozialisationsdefizite zu kompensieren, die „compliance“ der Patienten zu fördern und ihnen Möglichkeiten des Erlebens ihrer „Selbstwirksamkeit“ (Bandura) zu eröffnen. Das Konzept des multiprofessionellen Teams bietet die Möglichkeit einer differentiellen Nutzung von Fachlichkeit bzw. von fachlichen Ressourcen, einer optimalen Nutzung der kommunikativen, kooperativen Potentiale, einer wechselseitigen Entlastung in schwierigen gruppendynamischen Situationen und einer konzertierten „prozessualen Diagnostik“, was die Verhaltensweisen und die Entwicklungen der Patienten/Klienten und der gruppalen Gemeinschaft anbelangt.
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Supervision und Fortbildung:
| Alle Mitarbeiter aus dem therapeutischen Prozess nehmen an den 2 bis 3 stündigen Supervisionen teil, die in der Regel alle 3 bis 4 Wochen von einem externen Supervisor durchgeführt werden. Alle therapeutischen Mitarbeiter werden dazu angehalten und darin gefördert anerkannte Weiterbildungen zu absolvieren und an Fortbildungen teilzunehmen. Zusätzlich werden regelmäßige interne Fortbildungen im Einrichtungskonzept angeboten sowie Intervisionsgruppen abgehalten.
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Kooperationen:
| Seit ihrer Gründung hat sich das „Daumer Haus“ an anthroposophischen Grundlagen orientiert und Kooperationen im anthroposophischen Netzerk genutzt. Anfang 2007 haben sich diese Kooperationen weiter vertieft und finden Ausgestaltung in dem Umstand, dass die „Daumer Haus gGmbh“ Mai 2007 sich einem größeren Trägerverbund angeschlossen. Die Gesellschaftsanteile der gGmbH wurden von dem gemeinnützigen Verein zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst übernommen. Dieser Verein versteht sich als Dach für unterschiedliche anthroposophisch orientierte Institutionen die sich im humanmedizinischen und pädagogischen Feld betätigen. Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhoehe in Berlin, ein Akutkrankenhaus mit 300 Betten. Seit dem Jahr 1999 gehören ebenfalls das Forschungsinstitut Havelhöhe und die Suchthilfeeinrichtungen des „Par-Ce-Val Jugendhilfe und Suchthilfe Verbundes“ zum Verein. Seit dem Jahr 2000 ist die Akademie Havelhoehe ebenfalls Teil des Verbunds. Durch all diese Einrichtungen ist ein großes Netzwerk gegeben in dem insbesondere im Bereich der Forschung, der Qualitätssicherung und der Qualifikation von Mitarbeitern erfreuliche Synergien möglich werden. Es besteht weiterhin ein Kooperationsvertrag mit der Psychiatrie Schlüchtern für die ambulante psychiatrische Versorgung unserer Patienten sowie die Beratung und Fortbildung unserer Mitarbeiter.
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Maßnahmen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung:
| Unter Maßnahmen der Qualitätssicherung und Entwicklung verstehen wir formalisierte, standardisierte und geordnete Teilprozesse, die der Beständigkeit und/oder der kontinuierlichen Verbesserung unserer einrichtungsspezifischen Qualität dienen. Hierzu zählen:
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