Diese Adaptionsphase der stationären Therapie hat als Zielsetzung, die selbständige Eingliederung in die Gesellschaft und das Erwerbsleben vorzubereiten, nachdem die Voraussetzungen hierzu in der vorangegangenen Therapiephase erarbeitet worden sind. In 2-4 Monaten wird hier in einem noch gestützten Rahmen die Möglichkeit geschaffen, unter realen Alltagsbedingungen zu erproben, ob der Patient den Anforderungen des Erwerbslebens und der eigenverantwortlichen Lebensführung gewachsen ist. Es zeigt sich dann, wo noch Lücken und Defizite bestehen und mit welcher Hilfe diese sich schließen lassen. 

Eine intensive Berufsberatung wird jedem Patienten in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt angeboten.

Damit ist also die Adaptionsphase eine Phase der Öffnung nach außen, der Erprobung der Therapieergebnisse und der Hinführung auf einen Entwicklungsstand, der die Menschen befähigen soll, eigenständig den Alltag und das Erwerbsleben zu bewältigen.

Die Adaptionsphase umfasst:

- Öffnung nach außen,

- Anregung, den Tagesablauf selbst zu strukturieren,

- Bewährung und Erprobung der Fähigkeiten der Menschen unter      
  Alltagsbedingungen, vor        allem durch betriebliche 
  Arbeitsbelastungserprobungen,

- Erarbeitung einer eigenverantwortlichen Lebensführung mit begleitenden
  Hilfen und

- Fortführung der Gruppen- und Einzeltherapie sowie

- Vorbereitung und Anbahnung der Entlassung mit Vermittlung von ggf. notwendigen poststationären Hilfen.


Gestaltung und Ablauf: 

Die angebotenen Arbeitsbereiche dienen zum einen der weiteren individuellen Entwicklung und sind zum anderen erste Belastungsversuche oder auch direkte Vorbereitung für die spätere Berufssituation. Sie enthalten die Anforderung, sich für längere Zeit intensiv mit der Arbeit zu verbinden und eventuelle Schwierigkeiten nicht durch Aufgabe der Tätigkeit zu lösen, sondern im Gespräch mit den Therapeuten und den Vorgesetzten, eine tragbare Lösung der Arbeitsproblematik zu finden. 

Es steht eine große Palette von Arbeitsbereichen zur Verfügung, neben den Bereichen in der Fachklinik „Daumer Haus“ haben wir gute Kontakte zu den verschiedensten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben in der Region und vor allem gute Kontakte zu umliegenden sozialen Einrichtungen, in denen Praktika und Ausbildungen möglich sind. Die Vermittlung der Arbeitsbereiche erfolgt durch unsere Mitarbeiter, wobei von den Patienten Eigenaktivität gefordert wird. Durch unsere Mitarbeiter findet auch die Betreuung der Praktika statt. Die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Arbeitsamt wird von beiden Seiten als sehr fruchtbar erlebt. Im Sinne der Entwicklung eines sich verantwortlich mit der Gesellschaft auseinandersetzenden und in diese sich hineinstellenden Individuums, werden auch in dieser Therapiephase künstlerische Tätigkeiten angeboten. Die Erfahrung zeigt, dass die Möglichkeit kreativer und geistiger Arbeit auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen genutzt und benötigt wird. Durch die vorangegangene Therapiephase wurde dem Patienten die Erfahrung vermittelt, dass er sich mit Hilfe der ihn umgebenden Gemeinschaft von seinem bisherigen Weg der Irritationen lösen konnte. Das Gemeinschaftsleben mit seinen Auseinandersetzungen hat er als Notwendigkeit erlebt. Nun sollte er in der Lage sein, sich in Freiheit und aus eigenem Problembewusstsein heraus in soziale Gemeinschaften hineinzustellen, die Regeln der Gemeinschaft aktiv mit zu gestalten und diese einzuhalten.

In der nun weitaus lockereren Atmosphäre, mit ihren großen Möglichkeiten der individuellen Lebensgestaltung, kann die Fähigkeit einer geregelten Mitmenschlichkeit weiter eingeübt werden. Hier fällt der Mensch erneut eine Entscheidung darüber, ob er sich weiter in eine Gemeinschaft hineinbegeben möchte, die wachstumsorientiert ist und die wesentliche Inhalte der Therapie über den stationären Rahmen hinaus in eigenverantwortlicher Weise zum Ziel hat. Die psychotherapeutische Arbeit aus der intensiv-therapeutischen Phase wird in dieser Therapiephase fortgeführt. Es finden weiterhin regelmäßige Gruppengespräche in der Bezugsgruppe statt. Es finden zusätzlich themenzentrierte Gruppen statt, mit den Schwerpunkten: Arbeit, Freizeit und Suchtbewältigung. Innerhalb der Wohngemeinschaft werden die täglichen organisatorischen Dinge angesprochen. Schwerpunkt innerhalb dieser Therapiephase ist darüber hinaus die vorhandenen Familienkontakte weiterzupflegen, d.h. es finden nun vermehrt Familien- und Paargespräche statt.